Du bist schöner als du denkst

Apr 16 2013

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Ich habe genug

Feb 26 2013

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Tagung: “Konfessionslosigkeit heute” in Jena

Feb 22 2013

Beitrag der IDEA über die Tagung: http://www.idea.de/detail/thema-des-tages/artikel/religionswissenschaft-konfessionslos-ist-nicht-gleich-atheistisch.html

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Für Günter Kunert

Jul 08 2012

Die Poesie geht im Alter.
So verläßt sie den Dichter,
wie die Hitze des Tages
die Nacht.

Genauso reißt sie die Jugend
mit jedweder Regung,
die die leicht regbare Seele
macht.

In die Strömung des Blutes.
Durch die Gefäße des Wesens,
in dem der Funke der Dichtung
entfacht.

Und entfesselt ein Feuer,
das mit dem Sturme des Geistes
zu einer lodernden Flamme
erwacht.

Und so wie sie die Nahrung
aus der Kraft ihres Trägers,
seiner Neugier, den Träumen
gemacht.

So geht sie im Alter.
Verläßt sie den Dichter,
wie die Hitze des Tages
die Nacht.

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Mein lieber Sohn,

May 03 2012

wenn Du irgendwann spürst, dass ich alt werde, dann bitte ich Dich um Deine Geduld … aber vor allem versuche zu verstehen, was mit mir passiert.

Wenn ich mich, wenn wir miteinander reden, tausendfach nochmal und nochmal wiederhole, bitte unterbrich mich nicht mit: “Das hast Du vor einer Minute schon gesagt” … Hör nur zu, bitte. Versuche Dich an die Zeit zu erinnern, als Du klein warst und als ich die immer gleiche Gutenachtgeschichte Abend für Abend mit Dir gelesen habe, bis Du eingeschlafen bist.

Wenn ich nicht baden will, sei bitte nicht ärgerlich und bring mich nicht in Verlegenheit. Erinnerst Du Dich, als ich Dir hinterherlaufen mußte und Du tausend Ausreden fandest nicht duschen zu müssen, als Du ein Junge warst?

Wenn Du siehst wie ahnungslos ich neuer Technologie gegenüberstehe, gib mir Zeit zu lernen und schau mich nicht so an … erinnere Dich, wie geduldig ich Dir Dinge wie richtiges Essen, Anziehen, Zähneputzen und andere Älltäglichkeiten beibrachte …

An dem Tag an dem Du siehst, dass ich alt werde, bitte ich Dich, Geduld mit mir zu haben, aber vor allem bitte ich Dich, zu verstehen, was ich durchmache.

Wenn ich manchmal nicht mehr weiß, worüber wir gerade sprachen, gib mir Zeit, mich zu erinnern, und wenn es mir nicht gelingt, sei nicht nervös, ungeduldig oder überheblich.

Versuche einfach mit Deinem Herzen zu verstehen, dass das Wichtigste für mich ist, mit Dir zusammen zu sein.

Und wenn meine alten müden Beine mich nicht mehr so schnell tragen wie bisher, gib mir Deine Hand, wie ich Dir meine gab, als Du begonnen hast zu laufen.

Wenn diese Zeit kommt, sei nicht raurig … bleib einfach bei mir und nimm mich wie ich bin, während ich mit Zuversicht auf das Ende meines Lebens zugehe.

Ich bin undendlich dankbar für das Geschenk der Zeit und Freude, die wir teilten.

Mit einem Lächeln und der großen Liebe, die ich immer für Dich empfand wollte ich Dir sagen, dass ich Dich liebe, mein Sohn.

via

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Knowhowtodolife

Feb 21 2012

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I can hear a voice

Feb 15 2012

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Mr. Happy Man

Feb 15 2012

Ich bin mir nicht sicher, wie ich dieses kraftraubende Fröhlichsein von “Mr. Happy Man” Johnny Barnes auf Bermuda finden soll. Es erinnert arg an die falsch-bemühte Freundlichkeit vieler Religionsanhänger mit Liebespflicht.

Aber ich wüßte gern mehr über seine wahren Motive, sich Stunden an eine Ausfallstraße zu stellen und fahrenden Autos “I love you” zuzurufen.

Vielleicht ist es Eitelkeit. Vielleicht mangelnde Liebe in Kindheit und Jugend, wie er selbst erklärt. Und vielleicht wäre seine Zeit in anderen Dingen – zum Beispiel sozialer Arbeit – besser investiert. Aber es ist nicht an mir, darüber zu richten.

Was ich aber beeindruckend finde, sind die gesammelten Reaktionen einiger Menschen, die täglich an ihm vorbeifahren. Und dass ihm eine Statue errichtet wird.

Wo sonst nur Staatsmännern oder Feldherren überlebensgroße Standbilder gewidmet werden, wird mit einer Plastik und hier in diesem Film ein Mann mit keiner anderen Leistung als einer einfachen Botschaft porträtiert: “I love you”:

Mr. Happy Man from Matt Morris Films on Vimeo.

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Alain de Botton will Atheistenkirche bauen: Ich bin dabei

Jan 29 2012

Ich bin Atheist. Mindestens in der 3. Generation … und ich wollte Pfarrer werden, solange ich denken kann. Es ist ein wirklich doofes Gefühl. Ich liebe Kirchen und Klöster. Michelangelo und Raffael. Bach und das Miserere von Gregorio Allegri. Ich finde die Bergpredigt im Neuen Testament richtig und unbedingt lehrenswert. Zu den Menschen, die ich am meisten verehre, gehören Pfarrer und Kirchen- mitglieder. Ich brauche Vertrauen und das Wissen um Bedeutenderes als mich und die Menschen um mich herum. Ich gehe gern in Gottesdienste und liebe das Orgelspiel und den gemeinsamen Gesang und das Gebet. Das Teilen von Ängsten und die gemeinsame Versicherung eines Grundvertrauens in die Richtigkeit der Ordnung der Welt geben mir Geborgenheit und ein Gefühl von Wärme und Sicherheit.

Aber es gibt nun mal keine Götter. Und der Glaube an Götter ist die Wurzel der größten Verbrechen der Menschheit.

Will ich mit meinen weltanschaulichen Ansichten und Bedürfnissen nicht allein sein, bleiben deshalb nur zwei Optionen. Entweder, ich lebe mit einer Maske unter den Gläubigen (einem Großteil wird es wie mir gehen) und versuche mich anzupassen und einen großen Teil des inhaltlichen Unfugs einfach zu überhören, der in Kirchen verbreitet wird.

Oder aber ich versuche, mich einer der atheistischen Organisationen in Deutschland anzuschließen. Leider bestehen die deutschen Atheistverbände überwiegend aus Religionshassern oder lehnen zumindest jeden Anflug von Religiosität in ihren Organisationen und ihrem Leben ab. Stattdessen wird ein recht simplizistischer Szientismus verbreitet und kultisch betrieben, bei dem es überwiegend um eine kritiklose Befürwortung wissenschaftlicher Forschung im Allgemeinen und eine peinliche Darwinverehrung im Besonderen geht.

Nun will ich aber weder das eine, noch das andere.

Ich will in die Kirche gehen und eine Predigt hören. Ich will gemeinsam singen und für Arme, Kranke und Schwache sorgen. Und ich will mich mit Menschen, die meine Werte teilen, über die richtige Kinderbetreuung unterhalten.

Aber ich will nichts von Göttern oder Geistern hören. Nichts von Engeln oder Heiligen. Nichts von bedingungsloser Unterwerfung und blindem Gehorsam.

In London lebt ein Bankierssohn, Alain de Botton, der wahrscheinlich ziemlich viel Geld hat. Und reiche Freunde. Und diesem Mann geht es scheinbar so wir mir:

Und Alain de Botton will einen Tempel für Atheisten mitten in London bauen. Das hat er letzte Woche bekanntgegeben. Eine halbe Million hat er hierfür schon gesammelt. Dieses Ansinnen rief erhebliche Kritik unter Atheisten und insbesondere bei Chefatheist Richard Dawkins hervor. Er schalt den Plan eine törichte Idee und forderte stattdessen, das Geld in sinnvollere Projekte – wie z.B. Schulen – zu stecken.

Ich denke, dass Alain de Botton auf dem richtigen Weg ist. Nur sollte man das Geld, meiner Ansicht nach, nicht in einen neuen Atheistentempel stecken, sondern in die vielen schönen alten Kirchengebäude – die noch heute das Zentrum von Städten und Dörfern bilden und zunehmend verwaisen.

Dann gilt es, atheistische Seelsorger auszubilden, die die Rolle der Pfarrer übernehmen. Sie sollten Psychologie und Philosophie studiert haben und eine Ausbildung in Kunstdidaktik und sozialer Arbeit machen. Hier in Ostdeutschland stehen viele Kirchen seit Jahren leer. Die Menschen hier – überwiegend Atheisten – brauchen aber auch Betreuung und Begleitung in Krankheit und Gesundheit, bei Leben und Tod.

Und dann mache ich mit bei diesem Projekt.

Nur eines vielleicht noch: Ich denke, dass es nicht DEN Atheismus geben wird und geben kann. Es sollte viele verschiedene Atheistengemeinschaften geben. Mit unterschiedlichen Werten und Traditionen. Und sie sollten miteinander im Wettstreit stehen.

Alain de Botton hat ein Buch geschrieben. “Religion for Atheists” nennt sich das. Und ich habe es noch nicht gelesen, aber ich denke, ich werde das sicher bald tun.

Vor einigen Jahren habe ich mir einen Schwur gegeben. Ich werde die Mutter meiner Kinder heiraten. In einem Dom. Als Atheist darf ich das nicht. Meine Frau (Atheistin) und ich müßten uns taufen lassen. Wir müßten also lügen. Ich will aber nicht lügen. Ich will im Dom heiraten. Und ich will eine Predigt haben, in der kein Gott vorkommt und ich will einen Chor haben:

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